ARIS

Die Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS) wurde als Rahmenkonzept für die Beschreibung (Modellierung) computergestützter Informationssysteme vom Fachkonzept bis zur Implementierung entwickelt. Sie beschreibt die Bestandteile von Informationssystemen (Bausteine) hinsichtlich:

  • ihrer Art,
  • ihrer funktionalen Eigenschaften und
  • ihres Zusammenwirkens

In den letzten Jahren wurde jedoch bei der Modellierung nicht mehr ausschließlich auf das "Zusammenspiel" dieser Prozesse und der Informationstechnik fokussiert. Vielmehr nutzen viele Bereiche der Betriebswirtschaft (Kostenrechnung, Ablauforganisation, etc.) die Geschäftsprozessmodellierung. Aus diesem Grund wurde das bestehende Gesamtmodell um eine Beschreibung der betrieblichen Leistungsebene und Geschäftsprozessmodelle erweitert.

Sichten

Eine wesentliche Eigenschaft von ARIS ist die Komplexitätsreduktion durch die Bildung von Sichten. Das ARIS-Haus vereint dabei die Funktions-, Organisations-, Daten- und Leistungs- sicht sowie die Steuerungs- bzw. Prozesssicht. Vorgänge, die Input-Leistungen zu Output-Leistungen transformieren, werden zur Funktionssicht zusammengefasst. Dazu zählen die folgenden Elemente:

  • Ziel
  • Funktion
  • Software

Funktionen unterstützen Ziele und werden von ihnen gesteuert. Anwendungssoftware unterstützt Funktionen oder führt diese direkt aus.

Die Organisationssicht beschreibt die Aufbauorganisation. Bestandteile dieser Sicht sind:

  • Organisationseinheiten,
  • Menschliche Arbeitsleistung,
  • Maschinenressourcen und
  • Computerhardware

Organisationseinheiten werden gebildet, um Aufgabenträger mit gleicher Funktion (oder gleichem Aufgabenobjekt) zusammenzufassen.

Die Datensicht besteht aus:

  • Nachrichten (auslösende und resultierende) von Funktionen sowie
  • Umfelddaten

Die Leistungssicht enthält materielle und immaterielle Input- und Output-Leistungen. Sie besteht im Einzelnen aus:

  • Informationsdienstleistungen,
  • Sonstigen Dienstleistungen,
  • Sachleistungen und
  • Finanzmitteln.

Die Steuerungs- bzw. Prozesssicht erfasst die externe Sicht auf die Beziehungen der Elemente der anderen Sichten. Diese Sicht bildet deshalb den Rahmen für die systematische Betrachtung aller bilateralen Beziehungen der Sichten sowie der vollständigen Prozessbeschreibung

Die Architektur integrierter Informationssysteme (ARIS) erlaubt in dieser Sicht unter anderem die Modellierung der bekannten Ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK). Unsere Typisierung enthält neben einigen anderen Diagrammformen die Möglichkeit, Datenmodelle der Datensicht in der Notation des Strukturierten Entity Relationship Modells (SERM) darzustellen.

Verweise

SCHEER, A.-W.: Architektur integrierter Informationssysteme. Springer, 1992

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Ein Beispiel zur Verwendung der Sprache finden Sie unter diesem Link. Dort wurden in ARIS ausgewählte Methoden des Qualitätsmanagement abgebildet.

Für die Verwendung der Methode steht eine kostenlose Vollversion des Cubetto® Toolset zur Verfügung.